Was ist Klärungshilfe?

 

Klärungshilfe ist eine eigenständige Methode zur Konfliktklärung. Sie wurde von Christoph Thomann begründet und basiert auf den Vorstellungen und Modellen der humanistischen Psychologie und der systemischen Therapie.

Ziele der Klärungshilfe sind:

  • Menschen fähig machen, (wieder) sachlich und möglichst produktiv zusammenzuarbeiten
  • die Klarheit der Situation
  • Beziehungen klären und Kommunikation verbessern
  • Lösungen, die auch wirklich funktionieren

Sie wirkt nachhaltig, weil die Beteiligten lernen:

  • wieder miteinander in den direkten Dialog zu treten und damit miteinander statt übereinander zu reden
  • selbst und miteinander Lösungen zu entwickeln

 

Wie unterscheidet sich Klärungshilfe von anderen Mediationsverfahren?

Keine Einzelvorgespräche

Ein ausführliches Vorgespräch findet nur mit der beteiligten Führungskraft statt. Ansonsten werden im Vorfeld keine Einzelgespräche mit den Konfliktparteien geführt, um der ersten Situationsschilderung möglichst unvoreingenommen und erst in Anwesenheit der anderen Parteien begegnen zu können.

Keine Freiwilligkeit nötig

Der Klärungshilfe reicht es, wenn die oberste am Konflikt beteiligte Führungskraft die Konfliktmoderation möchte. Die Mitarbeiter müssen sich dann dem Gespräch stellen. Deren Unwilligkeit ist hierbei eine vollkommen nachvollziehbare und willkommene Systemgröße im Gespräch, die auch so vom Klärungshelfer respektiert wird.

Fokus auf Gefühle

Eine besondere Bedeutung erhalten die schwierigen Gefühle (Wut, Ärger, Hass, Hilflosigkeit, Ohnmacht…) und die daraus resultierenden Haltungen und Handlungen (Unversöhnlichkeit, Kälte, Ignoranz, Geringschätzung…). Diese werden nicht reglementiert, sanktioniert oder ignoriert. Die Klärungshilfe thematisiert sie, um sie durch Verstehen und Vertiefen sukzessive zu deeskalieren.

Keine Gesprächsregeln

Um möglichst unmittelbar mit den Gefühlen der Konfliktparteien in Kontakt zu kommen, wird bewusst auf die Vereinbarung von Gesprächsregeln oder Formulierungsempfehlungen verzichtet.

Die Prozessschritte

Klärungshilfe

1. Anfangsphase

Alle am Konflikt beteiligten Parteien kommen zusammen und klären in einem ersten Schritt, welche Einstellung sie der Konfliktklärung gegenüber haben.

2. Selbstklärung

Alle Teilnehmer haben nun die Möglichkeit, in Ruhe ihre Sicht der Dinge  darzustellen.

3. Dialogphase

Der Dialog ist das „Herzstück der Klärung“ Es handelt sich um einen verlangsamten Streitdialog zwischen den jeweiligen Konfliktparteien. Ziel ist es, durch eine Auseinandersetzung zusammen zu finden.

4. Erklärungs- und Lösungsphase

In dieser Phase werden zusammen Lösungen entwickelt. Ist die Klärung gelungen, ist dies meist erstaunlich einfach und unkompliziert.

5. Abschlussphase

In dieser Phase wird noch einmal kurz Rückschau auf den Klärungsprozess gehalten.

6. Nachsorge

Sie findet in der Regel zwei bis sechs Monate nach dem Klärungsgespräch statt und soll helfen, die gefundenen Lösungen nachhaltig umzusetzen.

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